Fachforum BIM in der Geotechnik
Dokumentation der Veranstaltung am 9. Juni 2026
Wo steht BIM in der Geotechnik aktuell? Welche Fortschritte und Erfahrungen liegen vor?
Wie können die noch bestehenden Herausforderungen gemeistert werden?
Zu diesen und weiteren Fragen diskutierten am 9. Juni 2026 rund 300 Teilnehmende online und 90 vor Ort in Berlin beim Fachforum BIM in der Geotechnik.
Teil 1: Hybrides Plenum
Begrüßung und Podiumsdiskussion
Im Rahmen der Eröffnungsrede hob der Parlamentarische Staatssekretär Christian Hirte die Bedeutung digitaler Methoden wie Building Information Modeling (BIM) für eine moderne, leistungsfähige und resiliente Verkehrsinfrastruktur hervor. BIM hat nicht nur das Potenzial, Planungs-, Genehmigungs-, Bau- und Betriebsprozesse zu beschleunigen, sondern insbesondere durch die durchgängige Verfügbarkeit qualitätsgesicherter Geo-, Bauwerks- und Prozessdaten über den gesamten Lebenszyklus hinweg eine umfassende Informationsbasis für die Infrastrukturentwicklung und -erhaltung zu schaffen.
In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern der Bundesfernstraßen, Bundeswasserstraßen und der Schiene wurde deutlich: BIM in der Geotechnik ist weit mehr als ein reines Modellierungsthema, sondern es ist eine gemeinsame Zukunftsaufgabe von Fachplanung, Datenmanagement, Standardisierung und interdisziplinärer Zusammenarbeit. Jenseits fachspezifischer Unterschiede teilen die Verkehrsträger zentrale Herausforderungen hinsichtlich der Definition von Informationsanforderungen, Schnittstellen, Datenqualität und der langfristigen Nutzbarkeit geotechnischer Informationen.
Als Fazit der Diskussion wurde festgestellt, dass für den nächsten Entwicklungsschritt nicht einzelne Insellösungen, sondern gemeinsame Grundlagen, belastbare Standards und ein kontinuierlicher Austausch zwischen Verwaltung, Wissenschaft, Fachgesellschaften und Praxis entscheidend sind.
Bild 1: Graphic Recording zur Podiumsdiskussion
Impulsvorträge
In vier Impulsvorträgen wurde das Thema BIM in der Geotechnik aus unterschiedlichen fachlichen und strategischen Perspektiven beleuchtet. Im Mittelpunkt standen der aktuelle Stand der Digitalisierung in der Geotechnik, praxisnahe digitale Workflows mit Baugrunddaten sowie die Rolle von Geodateninfrastrukturen und Digitalen Zwillingen für Planung, Genehmigung und Bau. Die Beiträge verdeutlichten, wie geotechnische Informationen künftig strukturierter erfasst, intelligent verknüpft und über BIM- und GIS-basierte Anwendungen durchgängig nutzbar gemacht werden können.
Bild 2: Graphic Recording zu den Impulsvorträgen
Die Präsentationen zum Download
- Digitalisierung in der Geotechnik: Status quo und Potenziale
Dr. Jörg Bauer, Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) - Datenaustausch, Formate, BIM-Anwendungsfälle
Dr. Klaus Tilger, A+S Consult GmbH - Digitaler Zwilling Sachsen: Impulse und Potenziale für Geodateninfrastrukturen
Dr. Stefan Wiemann, Landesamt für Geobasisinformationen Sachsen (GeoSN) - Praxisbeispiele BIM-Integration in landesweiten Digitalen Zwillingen
Marc Kleemann, con terra GmbH
Teil 2: Workshops vor Ort
Am Nachmittag wurden die fachlichen Diskussionen in drei parallelen Workshops vertieft. Im Fokus standen:
- Workshop A: Fachmodell Baugrund / Datenmanagement / Standardisierung,
- Workshop B: Integration des Baugrundmodells im BIM-Regelprozess und über den gesamten Lebenszyklus
- Workshop C: Digitale Zwillinge, Geodateninfrastrukturen und Monitoring.
Die Workshops boten Raum für einen intensiven Austausch zu den Voraussetzungen und nächsten Schritten für BIM in der Geotechnik, den einzubindenden Akteuren sowie zur Rolle, die der Bund bei der Koordinierung, der Entwicklung von Standards und der Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen.
Deutlich wurde, dass die erfolgreiche Integration geotechnischer Informationen in digitale Planungs- und Betriebsprozesse ein gemeinsames Verständnis von Datenstrukturen, Schnittstellen und Qualitätsanforderungen voraussetzt. Zugleich unterstrichen die Beiträge die Bedeutung interoperabler Standards und einer engen Zusammenarbeit über Fach- und Organisationsgrenzen hinweg.
Die Ergebnisse der Workshops wurden ebenfalls durch ein Graphic Recording visuell zusammengeführt.
Bild 3: Graphic Recording zu den Impulsvorträgen
Bild 4: Graphic Recording zu den Impulsvorträgen
Fotogalerie